PHILOSOPHICAL PUBLICATIONS 2015

ABSTRACTS

 

Johann Tzavaras: "Der sphärische Gott nach Empedokles"

ZUSAMMENFASSUNG:

Der von Empedokles aus Akragas konzipierte sphärische Gott ist von den vier “Wurzeln” (Feuer, Erde, Luft und Wasser) nicht unabhängig und waltet nicht über ihnen wie eine monotheistische Macht. Er entsteht weder aufgrund der vier Wurzeln noch aufgrund eigener Kausalität (als causa sui). Um so weniger besteht er als eine zeitlich begrenzte Phase des sogenannten weltlichen Kreises. Was ist er denn? “Spairos” ist eine poetisch-theologische Inspiration wie der Name “Zeus”, der das heiße (ζέον) Feuer repräsentiert, und wie die übrigen Götternamen als Repräsentationen der übrigen Wurzeln (Frgm. B 6, 2-3). Er entsteht aus einer Zusammenfassung der Wurzeln, indem sie sich wechseln und daher nicht stehenbleiben, und indem sie nicht zerstört werden, sondern in ewigem kreisförmigen Wirbel bleiben (Frgm. B 17, 13). Als solcher ist dieser Gott weder anthropomorphisch konzipiert noch überhaupt hypostasiert.

 

 

Johann Tzavaras: Probleme der Bildungsphilosophie  (2. Auflage)

 ZUSAMMENFASSUNG:

In diesem Arbeitsbuch werden solcherlei Fragen gestellt und bearbeitet: Was ist Bildung (griechisch: παιδεία)? Kann man über die Bildung eines Volkes und einer Nation sprechen, oder kann nur ein menschliches Individuum Bildung haben? Ist das Fernsehen ein Erziehungsmittel oder ein Verzerrungsmittel? Führt die Erziehung hauptsächlich zur Welterkenntnis oder zur Selbsterkenntnis?

Die Erörterung dieser Fragen hat nicht zum Ziel, diese vollständig zu behandeln bzw. eine endgültige Antwort zu geben, sondern will eine Grundhilfe zu einer weiteren Bearbeitung anbieten. Wie jede andere philosophische Angelegenheit, die Bildungsphilosophie wird als ein aporetischer Prozeß und keineswegs als eine vollständige Theorie aufgefaßt.

 

 

Johann Tzavaras: "Ein aristotelischer Text über die Wahrheit. Metaph. Θ 10" (Neudruck)

ZUSAMMENFASSUNG:

Α) Das Problem der Echtheit des Kapitels Θ10 der aristotelischen Metaphysik wird gelöst, wenn wir den dortigen Begriff der Wahrheit ontologisch und nicht logisch interpretieren. Es wird dann klar, dass dieser Begriff eine konsequente Folge und eine Verschärfung der aristotelischen Theorie des Metaphysischen ist.

B) Die Lehre, dass das Seiende vielfach gesagt wird (Metaph. 1003 a3: “to on legetai pollahōs”), und die darauf folgende Lehre vieler Kategorien spielen eine dienende und keine begründende Rolle in der aristotelischen Ontologie.

C) Bei der Untersuchung des apophantischen Logos stellt Aristoteles fest, dass das Zusammenbringen und das Auseinanderbringen eine Einheit ausmachen, die die Aussage als solche konstituiert. An sich entscheidet weder das Zusammenbringen noch das Auseinanderbringen für die sprachliche Wahrheit oder für die Lüge.

D) Aristoteles unterscheidet zwischen apophantischer und ursprünglicher Wahrheit. Diese zweite besteht im sogenannten “nichtzusammengesetzten” oder “getrennten” Seienden, das immer schon anwest und funktioniert (“aei energei”).

 

 

 

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