PHILOSOPHICAL PUBLICATIONS 2014

ABSTRACTS

 

 

Ioannis M. Karakostas: "Always philosophize, always be an active citizen, and always exercise wisdom-therapy"

ABSTRACT

In modern philosophy, a new stream of thought has been introduced which is based on the very ancient, grand Idea, the Delphic Idea which is founded on the fundamental identity of the human subject as a truly intelligent being. Within this new stream of thought are embodied and imbued the Amphictionic[1], concerning wisdom-therapy[2], concerning authentic (direct) democracy[3], olympic education[4] Logos, which is expressed in the three words-concepts which will unite the world, that is "Always philosophize, always be an active citizen, and always exercise wisdom-therapy".  When facing the question: ‘how can we change the world?’, compare the question ‘How can we unite the world?’.  Because it is necessary first to unite the world, then to change it.


[1]  Ioannis M. Karakostas: Amphictionic philosophy, Athens: Dodoni, 2003.

[2]  Ioannis M. Karakostas: Criticism of philosophical and political logos-Amphictionic philosophy-Applied wisdom-therapy, Athens: Dodoni, 2nd edition, 2013.

[3]  Ioannis M. Karakostas: The Deon Constitution-Form of Government of Greece, Athens: lexitypon, 2014.

[4]  Ioannis M. Karakostas: The philosophy of Amphictionic education, Athens: Dodoni, 2006

 

 

 

Johann Tzavaras: "Eros und Streit. Versuch einer Weltanschauung"

ZUSAMMENFASSUNG

Dieser Aufsatz is ein Versuch systematischen Denkens im Bereich der Ontologie. Er bearbeitet grundlegende philosophische Begriffe wie den Eros, den Streit (πόλεμος), die Welt, die Moral und die Wahrheit. In der Einleitung wird der Eros als eine vereinigende und der Streit als eine spaltende Kraft begriffen. Der zu ihnen hinführende Weg wird als eine erotisch-streitende Methode behauptet: ein geknüpftes Zusammenbestehen, das vom Ganzen abgeht und das erneute Zurückgehen zu ihm selbst strebt.

Im ersten Kapitel werden die Begriffe Eros und Streit näher als Kräfte geklärt, die eine breiteste Wirkung sowohl im Größten als auch im Wenigsten ausüben: sie sollen daher mit dem Charakter der Allegemeinheit geprägt sein. Dieselben Begriffe werden vorsichtig sowohl vom Anthropomorphismus wie auch vom Biologismus abgegrenzt. Sodann wird der erotisch-streitende Charakter grundlegender philosophischer Methoden, wie die kantische Kritik und die hegelsche Dialektik, erörtert; zuletzt werden die Begriffe Eros und Streit mit dem traditionellen Begriffspaar Mythos und Logos vergleichend nebeneinandergestellt.

Im zweiten Kapitel wird der Begriff der Welt als eine zusammengeknüpfte Ordnung eingeführt, deren konstituierende Kräfte sollen Eros und Streit sein. Die Welt wird so breit konzipiert, daß sie das Größte und das Wenigste, die Bewegung und die Unbewegtheit, die Einheit und die Vielheit einschließt. Zum durchschnittlich niedrigen Weltbegriff des heutigen gesunden Menschenverstandes wird die herakliteische Weltauffassung als ein erhellendes Vorbild entgegengestellt. Als Grundcharakter der Welt wird dabei das Ekstatische erklärt und die mannigfaltigen erotisch-streitenden Welterscheinungen werden in der alltäglichen menschlichen Lebensweise und in der wissenschaftlichen Forschung festgestellt.

Im dritten Kapitel wird der geläufige Moralbegriff so weit erfaßt, daß er nicht nur die menschliche sondern auch die tierische und dingliche Welt betrifft. So gefaßt wird die Moral zu einem Kennzeichen jeder Welt, das aus einer Beziehung zwischen Eros und Streit entsteht.

Im vierten und letzten Kapitel werden die Begriffe der Lust und des Leidens als verstandes- (aber nicht vernunft-) mäßige Kriterien der erotisch-streitenden Wahrheit, und d.h. als intensiv erlebte Charaktere erotisch streitenden Vereinigens und Abtrennens des Seienden aufgezeigt. Die Wahrheit wird dabei im Sinne von Inter-esse (griechisch εν-δια-φέρον) konzipiert, nämlich als das, was “uns innerhalb und in der Mitte vom Seienden bringt” und näher als eine vereinigende und abtrennende Hinführung des Seienden selbst.

 

 

 

Johann Tzavaras: "Die Gewißheit des Todes"

ZUSAMMENFASSUNG

   Die vorliegende Untersuchung versucht, einen systematischen Überblick über die modernen philosophischen Gesichtspunkte zum Thema der Todesgewißheit zu gewinnen. Es geht hauptsächlich darum, die jeden Gesichtspunkt konstituierende Problematik zu vertiefen. Der Verfasser hat oft eine kritische Auseinandersetzung und eine Gegenüberstellung entgegengesetzter Meinungen für wertvoll gehalten, ohne aber die kritische Ansicht als solche als endgültig zu erachten. Was seine eigene Teilnahme betrifft, so ist diese nach seiner Einschätzung insofern weitreichend, als das Material durch sein auffassendes und interpretierendes Sieb filtriert wurde.

 Die hauptsächlichen modernen Gesichtspunkte zum konkreten Thema werden ohne Anspruch auf Vollständigkeit dargestellt. Es wird als ein wichtiges Ziel angesehen, die Möglichkeit einer Ansichtsvielfalt zu erweisen, ohne aber diese Ansichten auch erschöpfend vorzuführen. Diese Bevorzugung läßt sich auf folgenden Grund stellen: Die eine Ansicht bildenden Faktoren – auch wenn diese Ansicht den Tod betrifft – dürfen nicht als end-gültig betrachtet werden; etwas Letztes über den Tod ist noch nicht gesagt, denn so etwas würde das Ende des menschlichen Geschlects voraussetzen. Jede Gewißheit erhält ihren vollen Sinn im Zusammenhang mit den raum-zeitlichen Verhältnissen, in denen sie entsteht. Es wird dadurch die Möglichkeit des Weiterbestehens einer Überzeugung nicht ausgeschlossen; diese Möglichkeit ist vielmehr um so größer, je genauer die Überzeugung ihre raum-zeitlichen Koordinaten ausdrückt.

    Aus der Vielfalt der betreffenden Gedanken wird grundsätzlich folgender Schluß gezogen: Die Todesgewißheit ist keine einzige. Nicht nur kann die einzige Gewißheit nicht erreicht werden, sondern eine solche könnte überhaupt nicht den Tod betreffen, denn er selbst (und unter To dist hier immer der jeweilige menschliche gemeint) kann nicht als einheitlich gelten. Jede Gewißheit bzw. Ungewißheit des ausstehenden Todes ist nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll, und zwar unter denselben Bedingungen, die auch den jeweiligen Todessinn bestimmen. Wenn z.B. der leibliche Tod gemeint ist, so steht die entsprechende Gewißheit unter der notwendigen Bedingung, daß das Geistige oder Psychische nicht eingeschlossen wird: wenn ich einsehe, daß gemand geistig schon tot ist, so kann ich zugleich seine leibliche Lebendigkeit feststellen; wenn ich von meinem bevorstehenden leiblichen Tod überzeugt bin, so kann ich zugleich an die eigene seelische Unsterblichkeit glauben.

    Die Todesgewißheiten sind verschiedenartig, weil die sie ermöglichenden Bedingungen verschiedenartig sind. Der Verfasser der vorliegenden Schrift sieht die Aufgabe, die Vielfalt solcher Bedingungen aufzuzählen und zu ordnen, als über seiner Kraft liegend. Daher beschränkt er sich darauf, die modernen philosophischen Ansichten aufzuzeigen, worin er grob drei ermöglichende Hauptbedingungen feststellt. Es handelt sich um drei Grundtendenzen, die sich überhaupt im modernen Denken auszeichnen: die erkenntnistheoretische, die existenzielle und die soziologische. Es sei darauf hingewiesen, daß sie keine Gewißheitsarten darstellen: sie sind drei Bedingungen, unter denen sowohl die Todesgewißheit als auch die Todesungewißheit philosophisch relevant wird.

      Die im modernen Denken festgestellten Tendenzen werden nicht unbedingt von verschiedenen Philosophen oder philosophischen Schulen repräsentiert; alle drei Tendenzen schneiden sich oft in der Problematik eines einzigen Denkers. Zum Beispiel zeigen die Untersuchungen Martin Heideggers über die Todesgewißheit ein hauptsächlich existenzielles Anliegen, nicht weniger beachtenswert ist aber sowohl das erkenntnistheoretische (vgl. die Bemerkungen über die empirische und apodiktische Gewißheit in M. Heideggers Sein und Zeit, S. 257) als auch das soziologische (vgl. ibidem die Gedanken über den vergeblichen Versuch des Man, dem Tod auszuweichen).

 

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